Newsletter & Pressemitteilung 01/2025 Veröffentlichung: 24.02.2025
Das Gropiusgebäude und die Werkbundausstellung Der neue Film aus der Reihe „Kölner Bilder und welche Geschichten sie erzählen“ In Köln gab es 1914 ein Gebäude von Walter Gropius, dem Gründungsvaters des die Welt bis heute prägenden Bauhauses. Dem Gebäude in Köln war kein langes Leben gegeben, da es nur von Mai 1914 bis spätestens 1920 existierte. Es war 1914 erst das zweite Gebäude, das Gropius in dieser Planungstiefe realisierte. Das erste Gebäude in Alefeld zählt seit Langem zum Weltkulturerbe der UNSECO und steht bereits seit 1946 unter Denkmalschutz. Das nicht mehr existierende Kölner Gebäude wäre heute eine bedeutende architektonische Attraktion. Warum existiert es nicht mehr? Dieser Frage und der damit verbundenen Werkbundaustellung in Köln, die von Mai bis Oktober 1914 geplant war, aber durch den Kriegsausbruch bereits am 7 August 1914 geschlossen wurde, geht der Film auf Grundlage historischer Recherchen nach. Die Werkbundausstellung war ein Meilenstein in der Kölner Stadtgeschichte, der heute kaum noch gegenwärtig ist. Und dass, obwohl diese Ausstellung die Mutter aller folgenden Messen bzw. Ausstellungen war, lange bevor die Köln-Messe 1924 ihre Tätigkeit aufnahm. Selbst die legendäre Messe "Pressa" im Jahr 1928 war von den Erfahrungen mit der Realisation der Werkbundausstellung geprägt und hatte deutliche Ähnlichkeiten. Die Geschichten des Kölner Gropiusbaus und der Werkbundausstellung bündeln sich in einem Foto und erweitern damit die Wahrnehmung der Stadtgeschichte um das spektakuläre Ereignis der Werkbundausstellung im Jahr 1914 und ihrer vielen außergewöhnlichen und vielfach wegweisenden Gebäude. FILMLINK: https://youtu.be/o27SoJUjLII Ein Film von und mit Klaus Hausmann Produktion: WEGEN de LEUT media, Klaus Hausmann, © 2025 Release 02/2025, Dauer: 11:30 Min., Formate Full HD & 4K Weitere Informationen zu diesem Film und vielen anderen Dokumentationen über die Kölner Stadtgeschichte: https://www.wegen-de-leut.de/dashistorischekoeln/
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Musterfabrik von Walter Gropius Ausstellungsplan
Das historische Köln in 3D haben uns bereits unsere Vorfahren ab etwa 1860 hinterlassen. Heute fahren wir in Köln bei Timeride am Altermarkt in einer Straßenbahn durch das Köln im Jahr 1926. Es handelt sich dabei um eine sehr gute 3D- Simulation der Stadt, die wir jeder Kölnerin und jedem Kölner sehr empfehlen. 3D Informationen des echten nicht computergerenderten Köln aus der Zeit meist vor 1926 finden wir bis heute in einer größeren Anzahl von stereoskopischen Fotografien aus dieser Epoche, von denen noch längst nicht alle von den verwaltenden Archiven digitalisiert, publiziert, oder gefunden worden sind. Damals steckte man die rechteckigen Pappkarten, die zwei fast gleiche Bilder zeigten, in ein passendes Stereoskop (siehe Abbildung) und konnte die abgebildete Szene in 3D sehen. Heute kann eine VR-Brille die Funktion des Stereoskops übernehmen. Vorteil ist, dass man die Fotogarfien nicht als Abzug auf einer passenden Pappkarte braucht, sondern die digitaliserte Stereoskopie direkt, beispielsweise auf einem Smartphone betrachten kann, das man dann in die VR-Brille einlegt. Bei richitiger Ausrichtung des Smartphones und nach optischer Einstellung der VR-Brille sehen Sie die Szenerie mit dem bereits vom Fotograf geplanten 3D-Effekt. Natürlich handelt es sich dabei nicht um eine 360 Grad Rundumaufnahme, sondern nur um das jeweils abgebildete statische Motiv. Das kann allerdings nach einer vorsichtigen digitalen Restaurierung und einer abgestimmten Kolorierung der beiden Fotografien zu recht eindrucksvollen Ergebnissen führen. Auf diese Weise kann der große Fotoschatz, den uns viele Fotografen des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aus ihrer Zeit überliefert haben, heute mit einfachen und leicht realisierbaren Mitteln wieder so wahrgenommen werden, wie er einst gedacht war. Für jede interessierte Person und insbesondere für Museen besteht damit die Möglichkeit, den Besucherinnen und Besuchern eindruckvolle dreidimensionale Einsichten in eine vergangene Zeit zu ermöglichen, die Lust auf mehr machen können. In den nationalen und internationalen Archiven schlummern wahrscheinlich noch viele stereografische Fotos, deren dreidimensionale Komponente in den vergangenen Jahrzehnten allenfalls von einer kleinen Gruppe Stereografie-Fans beachtet wurde. Übrigens: Diashows bzw. Filme lassen sich bei Beachtung der optischen Besonderheiten ebenfalls produziern. Sie können die Wirkung des Materials nochmals betonen. Es empfiehlt sich ggf. eine Bluetooth- Fernbedienung für das Smartphone zu verwenden, da das häufige Entnehmen und Einlegen des Smartphone seltener nötig ist. Untenstehend haben wir für Sie ein paar Beispiele von Stereoskopien zusammengestellt, die Sie downloaden und über Ihr Smartphone und einer passenden VR-Brille betrachten können.
Stereoskop aus dem 19. Jahrhundert
Stereoskop aus dem 19. Jahrhundert, Foto: pixabay.com
Originalstereoskopie, 1901
Originalstereoskopie, 1901 / Foto: Library Of Congress, Washington DC
Aufbereitete Stereoskopie, die für viele handelsübliche VR-Brillen geeignet ist
Handelsübliche VR-Brille (Kosten ca. 25,- bis 50,- EUR), Fotos: Klaus Hausmann
Aufbereitete Stereoskopie für VR-Brille Handelsübliche VR-Brille
Plan der Werkbundausstellung, Quelle: Katalog der Deutschen Werkbund-Ausstellung, Cöln, 1914
Musterfabrik von Walter Gropius, Foto: Harvard Art Museum, Cambridge
Einige aufbereitete Stereoskopien zum Download für Ihre VR-Brille Klicken Sie auf die Bilder / Quelle: Library Of Congress, Washington DC
Der Kronleuchtersaal in der Kölner Kanalisation Die Legende von Kronleuchtern und Kaiser Wilhelm II. Östlich des Ebertplatzes am Theodor Heuss Ring befindet sich in sieben Meter Tiefe in der Kanalisation der sogenannte Kronleuchtersaal. Seinen Namen erhielt der Kanalsammelraum, der die Kanalisation der Alt- und der Neustadt vereinigt und die Abwässer anfänglich zu Kölns erster Käranlage in Niehl leitete, weil sich in dem Bauwerk ein Kronleuchter befindet. Der dort heute hängende Leuchter wurde als Ersatz für ursprüng zwei in dem Bauwerk hängende Kronleuchter im Jahr 1980 dort aufgehängt (siehe Abbildung 1). Diese Beleuchtung mag nicht so recht zum olfaktorisch recht strengen Ambiente des Raums passen. Es unterstreicht allerdigs die ingenieurtechnische Leistung, die mit der Einweihung des Bauwerks 1890 vollbracht war. Daran erinnert die gerahmte Wandtafel, die im Hintergrund zu sehen ist. Glaubt man der allgemein verbreiteten Legende, hofften die Kölner 1890 darauf, dass Kaiser Wilhelm II bei einem Besuch Kölns den Kanal einweihen würde. Aus diesem Grund soll die Stadt Köln zwei Kronleuchter gestiftet haben, um dem Kaiserbesuch in der Kanalisation ein passenderes Ambiente zu verleihen. Eine Variante dieser Geschichte beschreibt die Kronleuchter als Geschenk des Kaisers. Tatsächlich besuchte Kaiser Wilhelm II vom vierten bis fünften Mai 1891 Köln. Der Besuch wurde gefeiert, war es doch das erste Mal, das Wilhelm II nach fast drei Jahren als Kaiser, Köln besuchte. Es gab ein Programm, dass nach dem Empfang am Bahnhof bis zur Weiterreise mit einem Rheindampfer nach Bonn dicht gedrängt war. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Jeder Weg, der in Köln gefahren wurde, war festgelegt und wurde Tage vorher bereits in der Presse veröffentlicht, damit die Kölnerinnen und Kölner Gelegenheit hatten die Wege passend zu schmücken. Die Presse berichtete seinerzeit von bengalischen Feuern, Kränzen, Bildern und Girlanden überall. Köln war prächtig geschmückt. Der Kaiser kam im Verlauf seines Besuchs nur einmal in die Nähe des Theodor Heuss Rings (damals Deutscher Ring), als er von einer Truppenparade in der Mülheimer Heide (damals linksrheinisch gegenüber Mülheim) zurück in die Stadt fuhr. Ein Halt mit einem kleinen Umweg zum Kronleuchtersaal wird nicht erwähnt und hat nicht stattgefunden. Teil der Legende um die Kronleuchter ist ebenfalls, dass der Kaiser den Kanal niemals betreten hat. So weit deckt sich die Legende mit den realen Ereignissen. Ob die Leuchter dort wegen des Kaiserbesuchs 1891 aufgehängt worden sind, scheint sehr fraglich. Nachdem der Kronleuchtersaal 1890 in Betrieb genommen wurde, dürfte sich dort eine strenge Geruchsnote von echt „Kölnischen Abwässern“ verbreitet haben. Heutige Besucher von Kulturevents im Kronleuchtersaal binden sich Lavendelsäckchen unter die Nase, um den Gestank abzumildern. Es ist kaum vorstellbar, dass man diese olfaktorisch schwierige Kulisse dem Kaiser allen Ernstes zugemutet hätte. Bedenkt man die Variante eines kaiserlichen Geschenks der Kronleuchter, erscheint es ebenfalls höchst merkwürdig, dass man ein solches Geschenk tatsächlch 1891 in die Kanalisation gehängt hätte. Als Indiz für die Legende dienen oft Konstruktonszeichnungen des Kanalbauwerks, die die Kronleuchter zeigen und die in Wikipedia angesehen werden können (siehe Abbildung 3). Ob wir hierauf allerdings üppige Kronleuchter erkennen, wie es der opulente heute dort hängende Leuchter nahe legt, ist nicht eindeutig erkennbar. Erstens gibt es Konstruktionszeichnungen vor 1898, die keine Leuchter zeigen (siehe Abbildung 4) und zweitens zeigt eine Zeichnung vor dem Jahr 1900 (siehe Abbildung 2) dort zwei mehrflammige eher deutlich zweckorientierte Leuchter, die sich ebenfalls von dem heutigen Leuchter stark unterscheiden. Es erscheint möglich, dass die Legende der kaiserlichen Kronleuchter erst im Nachhinein als Erklärung für die beiden dort hängenden Leuchter entstand, da man sich 1980 eine solche vor dem Hintergrund Ende des 19. Jahrhunderts üblichen und an seinerzeit sachlich orientierten Leuchtern fehlinterpretierte „Pracht“, nicht anders erklären konnte. Trotzdem ist und bleibt der heutige Kronleuchtersaal ein zu recht denkmalgeschütztes Bauwerk, das einerseits eine bis heute funktionierende große Ingenieurleistung würdigt und andererseits eine, wenn auch eher nicht reale, aber kölsche Legende repräsentiert.
Abb. 1, Der Kronleuchtersaal heute, Foto: A. Savin, Wikipedia
Der Kronleuchtersaal heute
Abb. 2, Der Kronleuchtersaal um 1890, Quelle: Festschrift zur XXXXI. Hauptversammlung des Vereins der Deutschen Ingenieure in Köln 1900, Seite 328
Der Kronleuchtersaal um 1890 Ausschnitt einer Konstruktionszeichnung des Kronleuchtersaals. Ausschnitt einer Konstruktionszeichnung des Kronleuchtersaals vor 1898
Abb. 3, Ausschnitt einer Konstruktionszeichnung des Kronleuchtersaals. Quelle: 1971markus@wikipedia.de / CC BY-SA 4.0
Abb. 4, Ausschnitt einer Konstruktionszeichnung des Kronleuchtersaals vor 1898 Quelle: Köln in hygienischer Beziehung / Festschr. f. d. Teilnehmer an d. XXIII. Versammlung des Deutschen Ver. f. öffentl. Gesundheitspflege, Köln, 1898, Seite 167
In eigener Sache Mitarbeit am Projekt „Das historische Köln“ Wenn Sie an der Kölner Geschichte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts interessiert sind, Sie sich gerne darüberhinaus mit anderen Interessierten austauschen möchten und bereit sind, sich ehrenamtlich für das Projekt „Das historische Köln“ zu engagieren, würden wir uns freuen, wenn Sie uns kontaktieren. Unser Arbeitskreis besteht zur Zeit aus einer Gemeinschaft von vier Personen, die mit verschiedenen Interessenschwerpunkten versuchen, historische Kölner Themen so umfangreich wie möglich zu erfassen, wissenschaftlich zu recherchieren und der interessierten Kölner Öffentlichkiet zu präsentieren. Je mehr wir sind und um so verteilter die Interessens- oder Engagementschwerpunkte sind, desto besser können wir oftmals Vergessenes wieder in das Bewusstsein der Kölnerinnnen und Kölner, der Archive und der Museen bringen. Gefragt ist dabei ein Interesse und vielleicht schon eine gewisse Kenntnis der Kölner Geschichte dieser Zeiit, aber auch Interessierte in den Bereichen der Filmproduktion oder der journalistischen Aufbereitung von historischen Inhalten sind herzlich willkommen. Der Arbeitskreis „Das historische Köln“ trifft sich in der Regel einmal im Monat zu einem Stammtisch, den wir zur Neuvorstellung von Themen, zur Besprechung von Einzelprojekten, zur Koordination und natürlich zu einem geselligen Umtrunk nutzen. Gelegentlich laden wir Gäste zu unseren Stammtischen ein, die über spezielle Expertisen verfügen und uns bei Kölsch in lockerer Runde viele Fragen beantworten, oder Hinweise geben. Wenn Sie sich für das Projekt engagieren möchten, melden Sie sich gerne via Email bei uns: email@wegen-de-leut.de Alte Fotos aus Kistchen und Privatarchiven Wir alle hatten und haben immer wieder den Verlust von Angehörigen schmerzlich zu beklagen. Oftmas steht man dabei schnell und unpietätvoll vor dem Problem einer emotional nur schwer zu realisierenden Entrümpelung. Dabei tauchen immer wieder Kistchen mit beispielsweise Fotos auf. Mal kennt man die abgebildeten Personen noch aus dem eigenen Erleben und möchte natürlich diese Zeitdokumente behalten, mal geht der Fotobestand in Richtung der Vergangenheit weit über das selbst Erlebte hinaus. Da stellt sich manchmal die Frage wohin damit? In die Tonne? Oder kann damit jemand etwas anfangen? Wenn es dabei um Fotos, Filme, Bücher, Postkarten, Pläne oder Poster etc. geht, die vorwiegend Köln als Thema haben und bis maximal in die 1960er Jahre hineinreichen, kann das Projekt „Das historische Köln“ damit etwas anfangen. Damit würden die Materialien im Rahmen des allgemeinen Interesses auf absehbare Zeit nach einer Digitalisierung und Aufbereitung Teil der für viele Kölnerinnen und Kölner abrufbaren und erlebbaren Stadtgeschichte.
Foto: Imperial War Museum, London
Foto: pixabay.com
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